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Ulrike Haß, Marita Tatari: Eine andere Geschichte des Theaters
Eine andere Geschichte des Theaters
(S. 77 – 90)

Ulrike Haß, Marita Tatari

Eine andere Geschichte des Theaters

PDF, 14 Seiten

Die Einschließung des Theatergeschehens in den Protagonisten im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert wird als Mitte der Entwicklung der Theaterformen genommen, von der aus sich die Geschichte des Theaters definieren lässt. Zweifellos sind die Theaterformen mit der Bestrebung dieser Einschließung und ihrer Auflösung verwoben, die die Geschichte des Subjekts ist. Aber zugleich findet in jeder Theaterform etwas Anderes statt. Ulrike Haß greift dieses Andere mit der Frage nach dem, was sie Chor nennt, auf. Darunter versteht sie eine neuartige Auffassung des Mitspiels aller Elemente. Das Gespräch diskutiert die Art, in der sich der Chor nach jeder der drei großen Verschiebungen in der Geschichte des europäischen Theaters (antike Tragödie, Literaturtheater, Theater der Gegenwart) gibt.

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Ulrike Haß

ist Theaterwissenschaftlerin und Publizistin. Bis zu ihrer Emeritierung 2016 lehrte sie als Professorin an der Ruhr-Universität Bochum. Gastprofessuren u.a. in Paris und Frankfurt am Main. Aktuelle Buchpublikation: Kraftfeld Chor (Berlin 2020), das dem antiken Chor und seinem Nachleben bei Kleist, Beckett und Jelinek gewidmet ist.

Weitere Texte von Ulrike Haß bei DIAPHANES
Marita Tatari

Marita Tatari

ist Professorin für Philosophie an der Universität Patras. Ihr Forschungsgebiet ist kontinentale Ästhetik. Sie wurde an der Universität Marc Bloch in Strasbourg bei Jean-Luc Nancy promoviert und hat sich an der Ruhr Universität Bochum habilitiert. Sie war Humboldt Fellow an der UC Berkeley und am ZfL Berlin. Sie hat an der Humboldt Universität, der UdK Berlin, sowie an den Universitäten Basel, Bochum, Dresden, Leipzig und Kreta unterrichtet und die Professur Gegenwartsästhetik an der HMDK Stuttgart vertreten. Zu ihren Büchern gehören: Kunstwerk als Handlung – Transformationen von Ausstellung und Teilnahme, Fink 2017, Orte des Unermesslichen – Theater nach der Geschichtsteleologie (Hsg.), diaphanes 2014, Heidegger et Rilke – Interprétation et partage de la poésie, L’Harmattan 2013, Ästhetische Universalität – Vom fortbestehenden Wir, Metzler (in Vorbereitung).
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Marita Tatari (Hg.): Orte des Unermesslichen

Das Ende der Geschichtsteleologie wird als Voraussetzung einer Reflexion über die gegenwärtigen Künste begriffen. Jedoch bleiben gerade diejenigen ästhetischen und theaterwissenschaftlichen Diskurse, die in den neuen Kunstformen eine Überwindung der Tradition sehen, teleologisch. Vielleicht ist aber dieses Ende, das wir erleben, nicht als Überwindung, Bruch, Sprengung oder Verabschiedung zu verstehen, sondern – so eine Formulierung von Jean-Luc Nancy – als Mutation unseres Bezugs zu unseren Zwecken. Das vorliegende Buch diskutiert diesen Ansatz angesichts des Verhältnisses von Kunst und Politik, der Entwicklung der Technologie und der gegenwärtigen Finanzökonomie. Es stellt die Frage, was diese Mutation für die Analyse der Theatergeschichte und der Theaterpraxis bedeutet.