Ein »Naturkundebuch« mit bodenlosen Abgründen
Harmlos und belehrend beginnt dieses Buch, ein Heimtierratgeber für Kinder. Doch immer sadistischer werden die Experimente, denen der Familienvater die kleine Nager unterzieht, und immer merkwürdiger die Vorgänge an seinem Arbeitsplatz, der staatlichen Bank, und immer enigmatischer das Verhalten der Kollegen.
»Die Meerschweinchen« ist ein kritischer und hintergründiger Roman vom ehemaligen Dissidenten und Verfasser des Manifests der 2000 Worte, Ludvík Vaculík. Eine Erzählung aus dem real-existierenden Sozialismus, wo der Alltag geprägt ist von Anspielungen und Annahmen, vom Sprechen in Andeutungen oder über scheinbar unverfängliche Themen wie Haustiere; wo sich die Wirklichkeit nur in Wortspielen ausdrücken darf. Und doch geht »Die Meerschweinchen« weit darüber hinaus, wird zur immer gültigen Parabel über Erzählen und Verschweigen, über Heimlichkeit und Freiheit, über Fressen und Gefressenwerden.
»Das wäre ein echter literarischer Triumph, wenn die, gegen die sich ein Buch richtet, es lesen würden und tot umfielen. Das Problem ist, dass diese Leute nicht lesen...«
Ludvík Vaculík im New York Review of Books
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