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Joseph Vogl: Über das Zaudern

Joseph Vogl

Über das Zaudern

Broschur, 168 Seiten

PDF, 160 Seiten

In einem funkelnden Essay entwickelt Joseph Vogl nicht nur eine Theorie des Zauderns, sondern stellt ein veritables Zaudersystem vor, in dem die »Zauderfunktion« als kontrapunktischer Begleiter einer das Abendland prägenden Geschichte der Tat in Erscheinung tritt. Dies lässt sich über die »Orestie« und Schillers »Wallenstein« bis zu den Titanen des Zauderns im 19. und 20. Jahrhundert verfolgen – ob es nun Melvilles »Bartleby« ist oder Musils »Mann ohne Eigenschaften«.
Das Zaudern ist nicht etwa als simple Suspension des Handelns zu begreifen: Es markiert die Schwelle zwischen Handeln und Nichthandeln, an der sich ein Zwischenraum reiner schöpferischer Potenz und Kontingenz auftut. Es erweist sich als Methode der Komplikation, mittels derer sowohl historisches als auch diskursives Geschehen auf seinen Nullpunkt zurückgeführt und in seiner Setzungsgewalt revidiert werden kann. Als Welthaltung, als Geste der Infragestellung werden das Zaudern und seine Pause schließlich zum Stützpunkt, zum Operationsfeld des Diskurses selbst.

Inhalt
  • 9–31

    Zorn und Zaudern

  • 33–49

    Die erhobene Hand

  • 51–72

    Ein Wallenstein-Problem

  • 73–93

    Methodenlehre

  • 95–132

    Labyrinthe, Schwellen

  • 133–144

    Idiosynkrasien

  • 145

    Nachbemerkung

  • 147–161

    Anmerkungen

  • Moderne
  • Handlungstheorie
  • Potentialität
  • Entscheidung
  • Sigmund Freud
  • Diskursgeschichte
  • Franz Kafka
  • Literaturwissenschaft

»Joseph Vogl schreibt eine Ode an das Zaudern – die Schattenseite der Tat. Denn wer nicht innehält, tilgt die Möglichkeit, dass alles auch anders sein könnte.« Ines Kappert, taz

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Joseph Vogl

Joseph Vogl

ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University, USA. Mit »Das Gespenst des Kapitals« (2011) hat Joseph Vogl  »einen heimlichen Bestseller geschrieben, der weit über die Feuilletons Aufsehen erregte« (DER SPIEGEL).

Weitere Texte von Joseph Vogl bei DIAPHANES

»Der Ort des Affekts ist die Unterbrechung, sein Raum das Intervall, in ihm ist die Fortsetzung des Geschehens aufgeschoben und wenigstens fragwürdig geworden.«

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